„Werte“ – ein wichtiger Faktor zur Steigerung der Arbeitgeberattraktivität in Zeiten eines Fachkräftemangels

Die Werte sind ein wichtiger Bestandteil von Organisationen. Sie machen Organisationen wertvoller, denn durch die Werte können sich die Mitarbeiter*innen mit dem Unternehmen stärker identifizieren und einen Sinn in ihrer Arbeit erkennen.

Gerade in Zeiten von Veränderungen geben Werte eine Orientierung und einen Halt. Sie binden die Mitarbeiter*innen an das Unternehmen und schaffen ein Gefühl von Sicherheit.

Die Herausforderung besteht vor allem in größeren Organisationen darin, dass die in der Führung erarbeiteten Werte bei den Mitarbeiter*innen wahrgenommen, mitgetragen und im Betrieb auch gelebt werden. Dabei muss gezielt in der Führungskräfteentwicklung angesetzt werden. In der Leitbildentwicklung sollen die Werte ausgearbeitet und konkret beschrieben werden, was unter dem Wert verstanden wird. Die Werte sollen in Zukunft bei allen wichtigen Entscheidungen des Unternehmens mitberücksichtigt werden und in die Ziele der Organisation einfließen. Dabei ist es wichtig, dass die Führungskräfte diese Werte vorleben und den Mitarbeiter*innen diese Werte im Rahmen von Workshops vermitteln. In den Workshops sollen Maßnahmen erarbeitet werden, wie diese Werte innerhalb der Abteilungen gelebt und umgesetzt werden können. Nur dann, wenn die Mitarbeiter*innen den Mehrwert dieser Werte erkennen und sich mit diesen identifizieren, werden sie diese auch mit- und weitertragen.

Gerade in Krisensituationen stehen die Werte eines Unternehmens auf dem Prüfstand. Denn ein Unternehmen, das Sicherheit als Wert vorgibt und sich dann in schwierigen Situationen im Zuge von Personaleinsparungsmaßnahmen zu schnell von seiner Belegschaft trennt, kann davon ausgehen, dass dieser Wert von den bestehenden Mitarbeiter*innen als nicht glaubhaft angenommen wird. Krisenzeiten schaffen die Möglichkeit, die Werte in der Organisation neu zu überdenken.

Jene Organisationen, die sich mit ihren Werten auseinandersetzen und ihre Werte leben, werden als Arbeitgeber attraktiver wahrgenommen.

Gerade für die jüngeren Generationen sind die Werte Sicherheit, Mitbestimmungsmöglichkeiten im Job und eine gute Vereinbarkeit von Beruf und Familie besonders wichtig. Arbeitgeber, die diese Werte in ihr Leitbild aufnehmen, können sich im Kampf um Fachkräfte gegenüber der Konkurrenz besser durchsetzen.

Im Rahmen eines Teamentwicklungsworkshops mit Mitarbeiter*innen und Führungskräften in einem Technologieunternehmen entstand das oben abgebildete Kunstwerk, welches das Team als gemeinsame Aufgabe mit Acrylfarben und zwei Leinwänden gestaltet hat. Das Team hatte die Aufgabe, zukünftige Werte, die ihnen in ihrer Zusammenarbeit und ihrer Kommunikation wichtig sind, zu definieren. Sie einigten sich auf die vier Werte Freude, Teamspirit, Ehrlichkeit und Kreativität und brachten diese künstlerisch zum Ausdruck.

„Vertrauenskultur“ – die Basis für eine gelungene Teamarbeit in Gesundheitseinrichtungen

Eine gute Teamarbeit ist gerade in Gesundheitseinrichtungen von großer Bedeutung, da im Mittelpunkt der Arbeit der Mensch steht. Gerade in der Zusammenarbeit unterschiedlicher Berufsgruppen wie zwischen Pflege und ärztlichem Bereich ist ein gutes Zusammenspiel sehr wichtig, da sich dies auf die Qualität der Arbeit auswirkt und so zum Wohlbefinden der Patient*innen beiträgt.

In der Teamarbeit ist gegenseitiges Vertrauen unter den Teammitgliedern eine der primären Voraussetzungen, um sich als Team erfolgreich zu bewähren. In vielen Teams in Gesundheitseinrichtungen wie beispielsweise in Arztpraxen oder Spitälern fehlt oftmals dieses Vertrauen und unausgesprochene Bedürfnisse und Erwartungshaltungen führen zu einer Distanzierung zwischen den Teammitgliedern, was die Zusammenarbeit erschwert.

Während der Corona-Pandemie mussten viele Gesundheitseinrichtungen ein erhöhtes Arbeitspensum bewältigen und standen unter extremer Spannung. Die Zeit für regelmäßige Teambesprechungen, den interaktiven Austausch innerhalb des Teams und für gemeinsame Teamaktivitäten fehlte.

Vertrauensbildende Maßnahmen wie ein Teambuilding können gerade jetzt hilfreich sein, um das Miteinander und das Vertrauen im Team wieder zu stärken. In einem Teambuilding lernen sich die Personen besser kennen und nehmen sich bewusst Zeit zur Pflege ihrer Kommunikation im Team. Durch gezielte Übungen werden bestehende Spannungen abgebaut und Konflikte aufgearbeitet, Arbeitsprozesse werden vereinfacht und Lösungen für ein besseres Miteinander werden erarbeitet. Durch gegenseitiges Feedback wird die Vertrauenskultur gestärkt und die Mitarbeiter*innen verbessern ihre Kommunikation. Der Abstand zum betrieblichen Tagesgeschäft ermöglicht dem Team, über den Tellerrand zu schauen und neue Perspektiven zu gewinnen.

Das folgende Klavierstück soll den für eine gelungene Teamkultur wichtigen Wert Vertrauen musikalisch zum Ausdruck bringen.

Perfektionist*innen haben es schwer

Gerade Menschen, die es in ihrer Karriere sehr weit gebracht haben, wie erfolgreiche Ärzt*innen, Spitzensportler*innen oder Musiker*innen, verbindet oftmals das Streben nach Perfektion. Sie wollen sich keine Fehler in ihrer Karriere erlauben. Sie sind pflichtbewusst und brauchen das Gefühl von Kontrolle. Ihre Lebenseinstellung ist geprägt davon, der*die Beste im eigenen Fachgebiet zu sein. Für sie ist es nicht ausreichend, nur gut im Job zu sein.

Doch hier ist der Spagat zwischen einer gesunden Einstellung und einer krankhaften Perfektion sehr schmal. Gerade für jene Perfektionisten, die sich dauerhaft unter Druck setzen, kann ihr Perfektionismus dann zum Problem werden, wenn der Erfolg und die Anerkennung ausbleiben.

 

Das Bedürfnis nach Anerkennung

Meistens steckt hinter dem Wunsch nach Perfektion ein Bedürfnis nach Anerkennung und danach, von anderen geschätzt und geliebt zu werden. Diese Denk- und Verhaltensmuster werden bereits in frühester Kindheit entwickelt und geprägt. Nach der Transaktionsanalyse zählt der Perfektionismus zu den inneren Antreibern, die ihren Ursprung in der Erziehung finden und auch elterliche Gebote genannt werden. Entscheidend dabei ist, wie im Elternhaus auf Fehler des Kindes reagiert wird (z. B. schlechtes Benehmen, schlechte Noten in der Schule). Die Eltern-Kind-Beziehung funktioniert nach dem Motto „Anerkennung gegen Leistung“. Nur dann, wenn das Kind brav ist und seine Leistung bringt, bekommt es die entsprechende Liebe. Erst im Erwachsenenalter werden uns diese Verhaltensmuster bewusst und wir haben die Möglichkeit zu erkennen, dass es Alternativen zu den elterlichen Botschaften gibt. Zu diesem Zeitpunkt haben sich diese Botschaften jedoch schon stark im Unterbewusstsein verankert. Heute, Jahrzehnte später, wirken sie noch immer auf unsere Wahrnehmung, unser Denken und unsere Entscheidungen.

In meiner Coachingarbeit berichten mir Führungskräfte und Mitarbeiter*innen mit einem stark ausgeprägten Perfektionismus, dass ihnen im Job oftmals die Zeit fehle, ihre Arbeit in der Qualität auszuführen, wie sie dies gerne machen würden, oder dass der Chef ihre perfektionistische Haltung einfach nicht wertschätzt. Dies kann oftmals zu einer Anerkennungskrise führen, die gesundheitliche Folgewirkungen mit sich bringen kann. Vor allem weibliche Führungskräfte und Mitarbeiterinnen, die im Spannungsfeld zwischen Beruf und Familie stehen, gelangen mit einer perfektionistischen Haltung oftmals an die Grenzen ihrer Belastbarkeit.

 

Der übertriebene Anspruch an andere

Es kann auch passieren, dass Perfektionist*innen ihre Haltung und ihren Anspruch auch an andere Personen richten. Gerade in der Führungsarbeit kann sich ein übertriebener Perfektionismus negativ auf die Beziehung zu den Mitarbeiter*innen auswirken. Wenn der eigene Leistungsanspruch zu hoch wird und sich diese Erwartungshaltung auch auf die Leistung der Mitarbeiter*innen überträgt, kann das Arbeitsklima darunter leiden. Eine Kultur des Misstrauens kann die Folge sein. Die Angst vor Fehlern und das Gefühl, nicht gut genug zu sein, erzeugt bei den Mitarbeiter*innen ein Gefühl von Unzufriedenheit, und Innovation, Kreativität und Selbstverantwortung bleiben auf der Strecke.

 

Wie viel Perfektion ist sinnvoll?

Personen mit einem stark ausgeprägten Perfektionismus sind oftmals sehr selbstkritisch, was schnell zu einer Unzufriedenheit führen kann, vor allem dann, wenn die gewünschte Leistung nicht erbracht werden kann und die notwendige Zeit einfach fehlt. Die Fähigkeit zu erkennen, bei welchen Aufgaben und Tätigkeiten eine perfektionistische Arbeitsleistung sinnvoll ist und wertgeschätzt wird und wo nicht, ist immens wichtig, da Perfektionist*innen sonst Gefahr laufen, auszubrennen.

 

Folgende Einstellungen können im Umgang mit dem eigenen Perfektionismus helfen:

  • So wie ich bin, bin ich gut genug!
  • Ich kann darauf vertrauen, dass ich mein Bestes gebe, und das ist genug!
  • Ich muss mich nicht dauernd beweisen!
  • Ich darf mir Fehler erlauben!
  • Es müssen nicht immer 100 % sein. Oftmals reichen auch 80 %.
  • Ich entscheide mich immer wieder neu, ob es wirklich perfekt sein muss.

 

Grundsätzlich hat der eigene innere Antreiber der Perfektion eine wichtige Funktion für uns, da dieser uns zu einer guten Leistung motiviert – doch nur dann, wenn dieser Antreiber nicht zu stark ausgeprägt ist und unsere innere Einstellung und unser Verhalten dominiert.

Gerade in der heutigen Zeit, in der Qualität in vielen Firmen großgeschrieben wird, sollten Perfektionist*innen in der Rolle als Expert*innen gefragt sein, denn sie tragen wesentlich zur Qualitätssteigerung in Unternehmen bei.

„Zuversicht“ – komponiert für herausfordernde Situationen

Zuversicht ist eine Kompetenz, die gerade in herausfordernden Situationen wichtig ist. Eine positive Einstellung, den Blick nach vorne gerichtet, und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten sind wichtig, um schwierige Lebenssituationen gut zu meistern.

Das folgende Klavierstück soll „Zuversicht“ musikalisch zum Ausdruck bringen.

Zwischenbilanz – Was Biografiearbeit in der Karriereberatung bewirken kann

So wie es der dänische Schriftsteller, Theologe und Philosoph Søren Kierkegaard schreibt, kann man das Leben rückwärts verstehen, leben muss man es aber vorwärts.

In der Biografiearbeit geht es darum, sich mit seiner eigenen biografischen Vergangenheit auseinanderzusetzen, um daraus Erkenntnisse für die berufliche Zukunft zu finden.

Durch die Auseinandersetzung mit der eigenen Biografie sollen unverwirklichte Träume, ungenutzte Kompetenzen und Fähigkeiten sowie Interessen bewusst gemacht werden, um diese bei einer beruflichen Entscheidung zu berücksichtigen. Dies hilft meinen Klient*innen dabei, zu verstehen, was sie auf ihrem bisherigen Weg erlebt haben, welche Entscheidungen sie aus welchem Grund getroffen haben und welche Themen, Aufgaben und Menschen für sie relevant waren und sind.

Aus der Biografiearbeit erkennen meine Klient*innen, welche Fähigkeiten sie im Laufe ihres Lebens entwickelt haben, in welchen Phasen ihres Lebens sie Tiefen überwunden haben und wie sie gelernt haben, sich in Krisensituationen selbst zu führen. Eine wichtige Voraussetzung für beruflichen Erfolg und Zufriedenheit ist nämlich, sich in einem ersten Schritt bewusst zu machen, wer ich bin, was ich kann und was ich wirklich will. Dies klingt banal, für viele meiner Klient*innen liegen aber darin die größten Herausforderungen, da sie in ihrer momentanen Situation einfach nicht wissen, was sie wirklich wollen, sondern nur merken, dass sie mit ihrer beruflichen Situation nicht zufrieden sind. Gerade diese Unzufriedenheit kann aber die Tür zur Veränderung sein, wenn sie bereit und offen für Neues sind.d In einem zweiten Schritt geht es darum, mit meinen Klient*innen Maßnahmen zu definieren, wie sie zu ihrem beruflichen Ziel gelangen.

Durch die intensive Auseinandersetzung mit der eigenen Lebensgeschichte kann uns bewusst gemacht werden, welches Leben wir bisher gelebt haben und ob wir damit erfüllt und zufrieden waren. Was davon möchten wir für unsere Zukunft mitnehmen? Welche Bedürfnisse wurden in der Vergangenheit vernachlässigt oder sind einfach zu kurz gekommen? Welche beruflichen und privaten Träume und Ziele möchten wir unbedingt verwirklichen?

In der Biografiearbeit erkennen meine Klient*innen ihre Fähigkeiten und Ressourcen. Sie machen sich ihre eigenen Verhaltensstrategien bewusst und lernen ihre Kompetenzen besser kennen. Sie führen eine Zwischenbilanzierung durch. Dies erfordert Mut, Offenheit, Tatendrang und ein hohes Maß an Selbstreflexion.

In der Karriereberatung ermöglicht die Biografiearbeit meinen Klient*innen, ihre Wahrnehmung und Achtsamkeit sich selbst gegenüber zu stärken. Nur dann, wenn wir wissen, wer wir sind, was wir können und was wir wollen, können wir uns beruflich bestmöglich entfalten.